Rückblick auf das Programm

Den diskursiven Auftakt am Eröffnungsabend machte Alexander Karschnia (andCompany&Co) mit einer Reflexion auf die Strukturen der freien Szene und die derzeitige politische Situation, die im Verlauf des Branchentreffs wiederholt aufgenommen und debattiert wurde.

In Podiumsrunden wie z. B. „Ich kann Alles! Aber wo geht es hin?“ (Henrik Kuhlmann, Nik Haffner, Prof. Dr. Bernd Stegemann, Georg Scharegg) und „Wer will ein Stadttheater? Die Zukunft der subventionierten Häuser“ (Nele Hertling, Thilo Wittenbecher, Christoff Bleidt) wurde die Frage danach, wie künftig Strukturen für künstlerische Arbeit gestaltet werden können und sollen, kontrovers diskutiert. Um Ein- und Ausblicke auf Fördermöglichkeiten und perspektivische Zusammenarbeit ging es in den Panels wie „Was will die Berliner Politik mit der freien Szene?“ (Ingrid Walther, Agnes Schipper, Dr. Konrad Schmidt-Werthern) und „Warum wollen Sie uns fördern?“ (Hans Helmut Prinzler, Günter Jeschonnek, Pamina Gerhardt, Dr. Thomas Engel, Madeline Ritter), in denen sich die Vertreter und Vertreterinnen der Institutionen einer Vielzahl von Kommentaren aus dem Auditorium stellten und inwieweit sich die Freie Szene selbst heraus aus den Großstädten in die „weite Welt“ bewegen muss, diskutierten die Gäste Dr. Stefanie Wenner, Ricardo Frayha, Michael Freundt, Tom Mustroph, Dorothee Starke, Alexandra Schmidt und Laurent Dubost.

Inhaltlich flankiert wurden die Podiumsdiskussionen von vertiefenden und ergänzenden Vorträgen zu Themen wie „Freie Szene – The German Special Path“ (von Henrik Fülle) oder Updates zum Stand der Kulturpolitik auf den Ebenen Berlin, Deutschland und Europa.

Zu den Höhenpunkten des Wochenendes gehörte auch die Präsentation der Marketingwettbewerb-Konzepte. Am Eröffnungsabend stellten die zehn Finalisten ihre Ideen vor und am Sonntag Abend wurden die Gewinner des Wettbewerbs bekannt gegeben: Der erste Preis in Höhe von 10.000 € ging an den Theaterdiscounter, der mit der Verwendung eines Einkaufswagenchips als Marketinginstruments überzeugen konnte. Den mit 6.000 € dotierten zweiten Preis erhielt die Kampagne der Gruppe RodewaldFoest Produktion für die Arbeit „Ein Fest ohne Anna“. In der Online-Abstimmung für den Publikumspreis in Höhe von 4.000 € konnten zwei Konzepte jeweils in knapp 24 Stunden mehr als tausend Punkte erreichen. Im Wettstreit um die meisten Zuschauerpunkte siegte schließlich der Puppenpool mit seinem Konzept zur Stärkung der Lobby für die Figurentheaterkunst. Alle Preisgelder dürfen nun zur Umsetzung der Konzepte verwendet werden.

Die Möglichkeit zum persönlichen Austausch nutzten insgesamt über 60 TeilnehmerInnen in den Open Spaces, für die erfahrene Akteure wie Nir de Volff, Shani Leiderman, Christoph Winkler, Eva Hartmann u.a. ihre Expertise rund um den Produktionsprozess zur Verfügung stellten. Weiteren Raum für Detailfragen und die Möglichkeit, auf Spezialwissen zuzugreifen, boten daneben die Expertengespräche zu Themen wie „Arbeitssicherheit unter freien Bedingungen“, „Update Urheberrecht“ oder „Kreativität, Selbstausbeutung und Depression“. Und mit langfristiger Perspektive wurde in den Arbeitsgruppen zu Themen wie „Plattform Musiktheater“, „Spielstättenvernetzung“ oder „Neuausrichtung der Förderrichtlinien“ gearbeitet.