Fachtag „Die Berliner Spielstätten und Produktionsorte – Institutionen in Umbrüchen“

11. Februar 2019, 10:00 bis 16:00 Uhr
Ort:
Acker Stadt Palast, Ackerstraße 169/170, 10115 Berlin

Die Spielstätten und Produktionsorte verändern sich: Das Geflecht aus Gruppen, Solokünstler*innen, freien und angestellten Produktionsort- und Spielstättenmitarbeiter*innen wird sich weiterentwickeln und teilweise auch neu aufgestellt werden.
 
Die Veröffentlichung der „Evaluation zur Neuvergabe der Konzeptförderung für die Jahre 2020 bis 2023“ hat hier einige Weichen neu gestellt, die die Landschaft der darstellenden Künste in Berlin und darüber hinaus prägen werden. Im ersten Halbjahr 2019 stehen zudem auch die Entscheidungen für die neue zweijährige Förderung für Produktionsorte an. Über diese tagesaktuelle Situation wollen wir uns austauschen, außerdem werden Expert*innen mit Außenperspektive bisherige Entwicklungen und deren Hintergründe reflektieren.
 
Viele der grundsätzlichen Herausforderungen für Spielstätten und Produktionshäuser sind zudem bereits bekannt: In parallelen Gesprächsrunden mit Expert*innen zu verschiedenen Themen wollen wir den Austausch darüber ermöglichen und Fragen sammeln, die Grundlage künftiger Workshops und weiterer Angebote des Performing Arts Programm Berlin bilden werden.
Zum Abschluss des Fachtages wollen wir darüber sprechen, wie das Zusammenspiel von Spielstätten und Produktionshäusern mit Künstler*innen und Kollektiven in der Zukunft  aussehen könnte.
 
Für unsere Planung und die bedarfsgenaue Vorbereitung der Expert*innen bitten wir um eine formlose Anmeldung bis zum 8. Februar unter Angabe der gewünschten Gesprächsrunde und schon vorhandener Fragestellungen an:
fachtag2019(at)pap-berlin.de

Programm:

 
10:00 Uhr: Frühstück und Get-Together
 
10:30 Uhr:
Begrüßung durch Dagmar Domrös (Vorstand LAFT Berlin)

Vortrag von Barbara Esser (Senatsverwaltung für Kultur und Europa): „Situation und Genese der freien Spielstätten im Gefüge der Berliner Theaterlandschaft"                                       
Vortrag von Matthias Pees (Künstlerhaus Mousonturm): „Die Evolution der Produktionshäuser in der deutschen Theaterlandschaft“
 
11:00 Uhr: Podiumsdiskussion: „Zukunft der Spielstätten und Produktionshäuser als zweite Säule der Theaterlandschaft"

Das Gefüge der freien Spielstätten und Produktionshäuser entwickelt sich. Die leere Industriehalle in Zwischennutzung ist vielleicht noch üblich, aber immer häufiger verfügen Spielstätten auch über eigene Produktionsmittel. Welche Möglichkeiten bietet diese Entwicklung und welche Herausforderungen gilt es zu navigieren
Es diskutieren Barbara Esser (Senatsverwaltung für Kultur und Europa), Matthias Pees (Künstlerhaus Mousonturm) und Daniel Schrader (Ballhaus Ost).
 
12:30 Uhr: Parallele Gesprächsrunden:

„Strategieplanung für kleine und mittlere Unternehmen im Kulturbereich"
Experte: Matthias Schulze-Kraft (Lichthof Theater)
Welche Erkenntnisse können kleinen und mittleren Organisationen im Kulturbereich helfen, sich gut für die Zukunft zu positionieren? Welche Werkzeuge können den Macher*innen bei mittel- und langfristigen strategischen Planungen helfen? Matthias Schulze-Kraft berät neben seiner Tätigkeit als Künstlerischer Leiter des Lichthof Theaters in Hamburg Organisationen zu verschiedenen Fragestellungen, die sich auf der Führungsebene ergeben.
 
„Interne Kommunikationsherausforderungen"
Expertin: Eva Hartmann (Gob Squad)
Welche Strategien könnten dabei helfen, Anweisungen zu geben, ohne die Künstler*innen in ihrer Arbeit einzuschränken und gleichzeitig einen klaren Produktionsstandpunkt zu setzen, also mehr „power with“ als „power over“ zu vermitteln? Wie könnte man mit herausfordernden Kommunikationssituationen umgehen, sei es in Form von diskriminierenden Übergriffen, beim Aufeinandertreffen von sehr unterschiedlichen Meinungen oder dem Kommunizieren von nicht angenehmen Nachrichten – und das als „interne“ Instanzen und nicht mehr nur als Ratgeber*innen für die Künstler*innen?
 
„Steuerrecht"
Expertin: Jana Vierheilig (Steuerfachangestellte)
Ein Unternehmen mit festangestellten Mitarbeiter*innen im Kulturbereich ist immer wieder mit besonderen steuerrechtlichen Bereichen beschäftigt. Welche Fallstricke können hier schon – bevor sie kritische Konsequenzen haben – erkannt werden? Besonders bei diesem Thema freut es uns, wenn im Vorfeld spezifische Fragestellungen zugesendet werden.
 
„Arbeitssicherheit im Produktionsalltag"
Expertin: Claudia Schroedter (VBG – Ihre gesetzliche Unfallversicherung)
Ein Haus, das selbst für die Bühne produziert und das mehrere Verantwortliche im Bereich Technik hat, muss die Implementierung der Verordnungen und Gesetze zu Arbeitsschutz und Arbeitssicherheit in einen verstetigten Prozess überführen. Besonders bei diesem Thema freut es uns, wenn im Vorfeld spezifische Fragestellungen zugesendet werden.
                                  
„Barriereabbau"
In Zusammenarbeit mit der Senatsverwaltung für Kultur und Europa
Der Abbau von Barrieren, die Menschen daran hindern, Theater zu besuchen, ist eine der Hauptaufgaben einer Theaterleitung. In dieser Gesprächsrunde geht es insbesondere um mittel- und langfristige Maßnahmen zum Barriereabbau und die entsprechenden Finanzierungs- und Fördermöglichkeiten.
                                                    
12:45 Uhr: Mittagspause mit kleinem Imbiss
 
13:30 Uhr: Fortsetzung der Gesprächsrunden mit den Expert*innen

15:00 Uhr:
Abschlussdiskussion „In welchen Institutionen wollen wir Theater, Tanz und Performance machen?“
                 
Zum Abschluss des Fachtages wollen wir die aktuellen Veränderungen nutzen, um uns gemeinsam Gedanken zu machen, welche Institutionen die freie darstellende Kunst braucht, will, verdient hat oder sich gern in transparenten Verfahren erarbeiten möchte etc. Was unterscheidet freie (größere) Spielstätten und Produktionsorte mit Etat von Staatstheatern? Und wie arbeiten diese freien Spielstätten und Produktionsorte mit freien Künstler*innen und Gruppen zusammen?
Es diskutieren Ute Büsing (Sachverständige Konzeptförderung), Anna Fries (Henrike Iglesias, machina eX) und Zoë Svendsen (University of Cambridge, freie Regisseurin).     ­
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