Fachtag: Community Building und Besucher*innen-Forschung

Wer ist da? Wer ist sichtbar? Wer soll sehen? Wer darf gesehen werden?

29. November 2019, 10:00 bis 16:30 Uhr
Ort:
Neuköllner Oper, Karl-Marx-Straße 131/133, 12043 Berlin

Die freien darstellenden Künste zeichnen sich durch eine Vielfalt der Themen, Formen und Arbeitsweisen aus, die durch Auseinandersetzung mit (Produktions-)Orten, Menschen und gesellschaftlichen Kontexten entstehen. In freien Produktionsprozessen werden ein besonderes Verhältnis zum Publikum sowie unterschiedliche Dimensionen von Vermittlung der Künste sichtbar. Hier geht es um Praktiken jenseits von Zuschauer*innen-Zahlengenerierung, um wechselseitige Lernprozesse, Programmgestaltung durch Beteiligung der Stadt und ihren Bewohner*innen, kooperative und kollaborative Entstehungsprozesse, Empowerment statt Heranführung an Kunstinstitutionen, um Begegnung, Communities und ästhetische Kommunikation. Soweit behaupten wir jedenfalls gern.

Beim Fachtag fragen wir uns: Wer ist das Publikum der freien darstellenden Künste? Wie können (neue) Communities erreicht werden? Was verstehen wir unter dem Begriff Community – und verstehen wir alle das Gleiche darunter? Welche Möglichkeiten der Beteiligung bieten wir?

Impulse und Beispiele aus der künstlerischen Praxis und der Wissenschaft zeigen an diesem Tag auf, wie kulturelle Teilhabe in den freien darstellenden Künsten – auch über einen Vorstellungsbesuch hinaus – aussehen kann, und geben Einblicke in den aktuellen Forschungsstand zur Besucher*innen-Forschung und Teilhabe in der freien Szene.
Workshops unterstützen Kunst- und Kulturakteur*innen bei der Entwicklung von Strategien – z. B. bei der Einbeziehung von Interessen verschiedener Communities in der Programmgestaltung oder beim Aufbau und der Pflege von Kontakten zu bestimmten Communities und ihren Vertreter*innen.
 
Mit: Zwoisy Mears Clarke (freier Choreograph), Katja Grawinkel-Claassen (Dramaturgie & Audience Development Forum Freies Theater Düsseldorf), Prof. Dr. Tibor Kliment (Rheinische FH Köln), Shanti Suki Osman (Künstlerin, Forscherin, Pädagogin), Anne Schneider (BFDK) und weiteren Gästen
 
Die Teilnahme ist kostenlos.

Anmeldung bis zum 25. November unter: fachtag2019(at)pap-berlin.de

Teilen Sie uns bei der Anmeldung gerne mit, welchen Workshop Sie gerne besuchen möchten.

Programm:

10:00 Uhr: Anmeldung und Café
 
10:30 Uhr: Begrüßung, Einführung in den Tag, Programmvorstellung

mit Swetlana Gorich, Juliane Wieland (Performing Arts Programm Berlin), Andreas Altenhof und Benjamin Stein (angefragt) (Neuköllner Oper), Marianne Ramsay-Sonneck (Vorstand LAFT Berlin e. V.)  
 
11:00 Uhr: Impulsvorträge "Vermittlung aus der Sicht von Künstler*innen, Spielstätten, Vermittler*innen und Wissenschaftler*innen" – Akteur*innen der Kulturszene nähern sich aus verschiedenen Perspektiven den Themenschwerpunkten des Fachtages.
 
„Inklusion und körperliche Vielfalt in künstlerischen Entstehungsprozessen“ – Zwoisy Mears Clarke (freier Choreograph) gibt Einblicke in die Entstehungsprozesse von choreografischen Arbeiten "Worn and Felt" und "Subjects of Position", die von Anfang an in einem Team mit professionellen und nicht-professionellen sehbehinderten Tänzer*innen sowie im Austausch mit tanzfähig (eine Berliner Initiative für mehr körperliche Vielfalt im zeitgenössischen Tanz) und DBSV (Deutscher Blinden- und Sehbehindertenverband e.V.) entstanden.

„Programmgestaltung zwischen Beteiligung der Stadtbewohner*innen und experimentellen künstlerischen Positionen der freien darstellenden Künste.“ – Katja Grawinkel Claassen (Dramaturgie & Audience Development) stellt das Forum Freies Theater Düsseldorf  (FFT) und sein Vermittlungsprogramm vor.
 
„Wie lässt sich eine Besucher*innenbefragung der freien Szene durchführen und was lässt sich aus einer solchen Befragung über Image und Bekanntheit der freien darstellenden Künste, aber auch über Besucher*innenbarrieren und deren Überwindung schließen?" – Prof. Dr. Tibor Kliment (Rheinische FH Köln) spricht über den Durchführungsprozess der „Fast-Besucherbefragung der freien Szene Köln“ (2018) und stellt ihre wichtigsten Ergebnisse sowie mögliche Handlungsempfehlungen vor.
 
12:15 Uhr: Gespräch
Im Anschluss an die Impuls-Vorträge laden die Akteuer*innen zu einem Podiumsgespräch ein.
 
13:00 Uhr: Mittagspause
Suppe, Brot und Getränke sorgen für das leibliche Wohl der Gäste.
 
14:00 Uhr: Workshopleiter*innen stellen sich vor

14:30 Uhr Workshops
Die Workshops unterstützen Kunst- und Kulturakteur*innen bei der Einbeziehung von Interessen verschiedener Communities in der Programmgestaltung oder beim Aufbau und der Pflege von Kontakten zu bestimmten Communities und ihren Vertreter*innen. Sie laden dazu ein, über Empowerment und kritische Haltung in der kulturvermittelnden Praxis nachzudenken.
 
WORKSHOP „Empowerment statt (Vermittlung) / Heranführung – kritische Haltung in der kulturvermittelnden Praxis.“
Was bedeutet es, Vermittlungsprozesse als Empowerment statt Heranführung an die Institutionen zu denken? Wer ermächtigt wen? Wann kann Ermächtigung auch schwächen? Dieser Workshop unterstützt die Kulturakteur*innen dabei, sich selbst zu positionieren und verwendet dabei Methoden und Strategien, die den Teilnehmer*innen (sehendem und/ oder mitmachendem Publikum) eine Stimme geben. Mit: Shanti Suki Osman (Künstlerin, Pädagogin und Forscherin).

WORKSHOP „Teilhabe & Diversity in Strukturen & Kooperationen - Nachhaltige Beziehungen bauen.“
Community-Vertreter*innen sind wertvolle Multiplikator*innen und Partner*innen für Kunst- und Kulturinstitutionen, um verschiedene Communities besser kennenzulernen und Nähe zu ihnen aufzubauen. Am Beispiel von Projekten der Berlinischen Galerie mit der Kunstwerkstatt Kreuzberg der Lebenshilfe gGmbH gibt der Workshop Einblicke in Kooperationen zwischen Kunstinstitutionen und Vertreter*innen von verschiedenen Communities einer Stadt. Hier geht es um den Aufbau von langfristigen Beziehungen, ihre Gestaltung und Kontinuität sowie um das Teilen von Wissen und Erfahrungen. Mit Barbara Antal (Künstlerin und Kunstvermittlerin in der Berlinischen Galerie), David Permantier (Sozialarbeiter, Leiter der Kunstwerkstatt Kreuzberg der Lebenshilfe), Hilde Wittur (Kunstvermittlerin und Künstlerin in der Kunstwerkstatt Kreuzberg der Lebenshilfe).

WORKSHOP „Teilhabe-/ Besucher*innenforschung an den eigenen Institutionen (mit einfachen Mitteln) durchführen.“
Wie sieht mein Publikum aus? Was sind seine Bedürfnisse und wie nimmt es mich wahr? Kulturinstitutionen berichten über ihre Erfahrungen mit Publikumserforschungen, sprechen über ihre Motivationen, die sie dazu bewegt haben und teilen Erkenntnisse aus den durchgeführten Befragungen, Studien, Forschungen mit. Mehr Informationen zu diesem Workshop folgen bald.

16:15 Uhr: Abschlussimpuls „Vermittlung in urbanen und ländlichen Räumen und Vorstellung Performing Exchange (PEX)"
mit Anne Schneider (Geschäftsführung Bundesverband freie darstellende Künste)
 
ab 16:30 Uhr „Apéro" (informelles Vernetzen)

Beim abschließenden Apéro laden wir Euch herzlich ein, weiter zu diskutieren und sich mit den Kolleg*innen zu vernetzen.
 
Alle Kulturakteur*innen sind eingeladen, sich zu beteiligen. Wir freuen uns auf den Austausch!

Kontakt

Swetlana Gorich
Publikumsgenerierung & Vermittlung
Telefon: +49 30 / 33 84 54 51 
swetlana.gorich(at)pap-berlin.de

Juliane Wieland
Publikumsgenerierung & Vermittlung
Telefon: +49 30 / 33 84 54 51 
juliane.wieland(at)pap-berlin.de