Projekt Handbuch zu Vermittlungsformaten in der freien Szene

Ausschreibung: Neue Vermittlungsformate in einem Handbuch für die freie Szene

Zielgruppe:
Interessierte aus der freien Szene und Kulturvermittler*innen, die Lust haben, neue Vermittlungsformate zu konzipieren und auszuprobieren. Zuschauer*innen sind ebenfalls herzlich eingeladen teilzunehmen!

Bewerbungsschluss:
15. November 2016

In den freien darstellenden Künsten werden ständig neue Arbeitsprozesse und Präsentationsformen erforscht und umgesetzt. Die Einbindung des Publikums bei einer Produktion ist Kern der Arbeit und wird häufig in Frage gestellt. Was wird vom Publikum erwartet? Wollen wir dem Publikum etwas zeigen und sagen, wollen wir seine Meinung wissen, seine Reaktionen hören, mit ihm austauschen, ihn aktiv teilnehmen lassen? Was erwartet das Publikum von uns?

Vermittlungsformate sind eine Chance, um die Beziehung zum Publikum zu verfeinern, vertiefen und weiterzudenken. Die vielfältige und experimentfreudige freie Szene braucht angemessene Vermittlungsformate. Diese stellen neue Verbindungen zum Publikum dar und es werden neue Begegnungsräume geschaffen.

Ausgehend davon, dass die Vielfalt und Experimentierfreude der freien Szene sich in ihrer Vermittlungstätigkeit widerspiegelt, laden wir Akteur*innen der freien Szene ein, neue Formate der Vermittlung zu entwickeln und zu testen. Jedes neu konzipierte Format wird drei bis fünf Mal bei unterschiedlichen Produktionen und Spielstätten getestet und angepasst. In einem weiteren Schritt werden ausgewählte Formate im geplanten Handbuch präsentiert und mit praktischen Tipps für deren Umsetzung versehen.

Wer kann sich beteiligen?

Alle Interessierten aus der freien Szene sowie Kulturvermittler*innen und jene, die es noch werden wollen, sind eingeladen, sich Vermittlungsformate auszudenken. Zuschauer*innen sind ebenfalls herzlich eingeladen teilzunehmen!

Aus den ausgewählten Vorschlägen suchen wir Autor*innen, die ihre Vermittlungsformate selbst und mit Unterstützung von Theaterscoutings Berlin in der Berliner freien Szene drei bis fünf Mal im Frühling und Herbst 2016 testen – bei Bedarf besteht die Möglichkeit, die Testphase einem Theaterscout zu übergeben. 

Was wird gesucht?

Wir suchen Ideen für Vermittlungsformate, die jenseits von traditionellen Publikumsgesprächen oder Einführungen eine interessante Verbindung zwischen einer künstlerischen Produktion und dem Publikum herstellen.

Wir wünschen uns Vermittlungsformate, die unkompliziert direkt vor oder nach einer Vorstellung umsetzbar sind und 10 Minuten bis 1 Stunde dauern. Die Formate sollen von unterschiedlichen Menschen, unabhängig von deren Autor*in, realisierbar sein.

Die Formate sollen bei mehreren Produktionen anwendbar sein. Allerdings ist es möglich, sich auf spezifische Kunstgenres und/oder Zielgruppen zu begrenzen. Vermittlungsformate für Kinder und Jugendliche sind nicht ausgeschlossen, wir bevorzugen jedoch Formate, die sich an erwachsenes Publikum richten.
Wichtiger Hinweis: Dieses Projekt versteht sich als ein Experimentierlabor. Alle Ideen sind willkommen, auch Ideen, die scheinbar schwer umsetzbar sind! Es wird eine Werkstatt angeboten (siehe unten), um Ideen zu präzisieren und praktisch weiterzudenken, sowie eine Testphase, die ermöglicht, in mehreren Versuchen das Vermittlungsformat anzupassen. 

Wie kann ich mitmachen?

Bewerbungsschluss für Ideen zu neuen Vermittlungsformate ist der 15. November 2016.

Die Bewerbungen beinhalten eine Kurzbiografie und eine Kurzbeschreibung bis zu einer halben Seite, mit folgenden Inhalten:

  • Ziel und Prinzip des Vermittlungsformats
  • ggf. Zielgruppe / Genre der darstellenden Künste
  • Möglicher Ablauf des Vermittlungsformats
  • Eventuell Ideen von Produktionen (spezifisch oder Genre) und/oder Spielstätten, zu denen das Format besonders gut passen würde 

Bewerbungen sind per E-Mail an nathalie.frank(at)pap-berlin.de zu richten.

Zeitplan des Projekt Handbuch (Änderungen vorbehalten):

Dezember 2016 – Januar 2017:
Die ausgewählte Ideen werden bekannt gegeben.Die Autor*innen der ausgewählten Ideen werden zu einem Werkstatt-Format eingeladen: Von der Idee zum Konzept. Neben der Gelegenheit zum Austausch und Input zu Vermittlungsformaten werden bei der Werkstatt Ziele, Abläufe und praktische Bedingungen der Formate geklärt. Nach der Werkstatt soll ein  ausführliches Konzept des Formates entstehen, um im Anschluss passende Produktionen für die Testphase zu suchen.

Februar – Juli 2017:
Erste Testphase: Jedes neu konzipierte Format wird drei bis fünf Mal bei unterschiedlichen Produktionen und Spielstätten getestet und angepasst.
Am Ende der ersten Testphase werden die Formate ausgewertet.

September – Dezember 2017:
Zweite Testphase: Die Formate, die gut ausgewertet sind, werden bei Bedarf noch einmal getestet und angepasst.

2018:
In einem weiteren Schritt werden die Formate im geplanten Handbuch veröffentlicht und mit praktischen Tipps für deren Umsetzung versehen. Das Handbuch wird bis zu 10 unterschiedliche Formate enthalten und soll sowohl gedruckt sowie als PDF den Akteur*innen der Szene zur Verfügung gestellt werden. Ziel des Handbuchs ist es, Akteur*innen der freien Szene nachhaltig, konkret und effektiv bei der Entwicklung und Implementierung von Vermittlungsangeboten zu unterstützen.

Was habe ich davon?

Das Projekt bietet eine Infrastruktur zum Ausprobieren und zur Veröffentlichung von selbst-ausgedachten Vermittlungsformaten bei unterschiedlichen professionellen Produktionen der freien Szene. Teilnehmer*innen können eigene Ideen mit Unterstützung von Expert*innen in Frage stellen. Das Projekt versteht sich als eine Plattform zum Austausch und Auseinandersetzung zu Vermittlungstätigkeiten.

Die Formate werden in einem Handbuch unter Nennung der Autor*innen und nach Wunsch mit Kontaktdaten veröffentlicht. Ziel ist es das persönliche Netzwerk der Teilnehmer*innen und interessierten Akteur*innen zu stärken. Alle Teilnehmer*innen erhalten eine Aufwandsentschädigung.

Wer steckt hinter diesem Projekt?

Nathalie Frank und Swetlana Gorich des Bereichs Publikumsgenerierung und Vermittlung des Performing Arts Programm kooperieren mit Prof. Dr. Ute Pinkert, die an der UdK Berlin Theaterpädagogik lehrt und zu Theatervermittlung forscht. Zusätzlich kooperieren wir mit einem Expert*innen-Beirat für die Auswahl der Ideen und deren Weiterentwicklung. 

Kontakt

Kontakt für Rückfragen:
Nathalie Frank
Leitung Publikumsgenerierung & Vermittlung | Performing Arts Programm Berlin
nathalie.frank(at)pap-berlin.de