Summer School: Raus an die frische Luft. Site-specific Produzieren in Berlin
Summer School: Raus an die frische Luft. Site-specific Produzieren in Berlin
22. bis 24. Juli, ganztägig
Wie funktioniert das Arbeiten im öffentlichen Stadtraum? Wie kann sich die darstellende Kunst ins urbane Leben einbringen? Wie konzipieren wir ein Projekt site-spezifisch? Wie lassen sich theaterferne Orte wie Parks, Einkaufspassagen und Freibäder in Bühnen verwandeln? Auf welche Publika treffen wir, wenn wir das Theater verlassen, und welche Diskurse sind für sie von Belang? Welche Förder- und Kooperationsmöglichkeiten gibt es beim Arbeiten im öffentlichen Raum und welche bürokratischen Hürden gilt es zu nehmen? Und nicht zuletzt – wie schütze ich eine Veranstaltung im öffentlichen Raum?
In der dreitägigen Summerschool geben Martin Stiefermann und seine Gäst*innen Einblicke in ihre langjährige Praxis als Kulturakteur*innen und Projektleiter*innen von Veranstaltungen im öffentlichen Raum. Sie stellen verschiedene site-spezifische Projekte vor, teilen ihre Erfahrungen und ihr Wissen zu produktionsrelevanten Fragen wie der Finanzierung, Planung und Organisation von Vorhaben jenseits von klassischen Theaterräumen sowie der Berücksichtigung ortspezifischer Publika und geben praktische Tipps zur konkreten Umsetzung unterschiedlicher, darunter auch mobiler Formate an der frischen Luft.
Bitte beachten: Teilnehmende bringen bitte eine konkrete Konzeptidee für ein site-spezifisches Projekt im öffentlichen Stadtraum sowie einen Laptop oder ein anderes Endgerät zum Arbeiten an ihren Konzepten mit. Unterstützt von den Dozent*innen werden sie potentielle Orte im öffentlichen Raum kennenlernen und ihre Konzepte anhand der konkreten Auseinandersetzung mit den Orten, ihren Bedingungen und ihren potentiellen Publika weiterentwickeln.
In deutscher Lautsprache, Q&A in englischer Lautsprache
Programmüberblick
Tag 1: Themenblock 1: Site-spezifisch Arbeiten – warum eigentlich?
Warum möchten wir im öffentlichen Raum arbeiten? Plane ich eine Performance, eine Intervention, eine Installation, einen Audio-Walk – und worin unterscheiden sich dabei Vorgehen und Planung? Aus welcher Motivation heraus möchte ich meine Arbeit im Stadtraum zeigen und welche Herausforderungen bringt dieses Setting mit sich? Am ersten Tag schauen wir uns an, wie sich site-spezifische Produktionsabläufe vom Arbeiten in Theaterräumen und je nach Format unterscheiden. Wir tauchen ein in die Welt der Genehmigungen und Versicherungen, in technische Anforderungen und Fragen nach Strom- und Wasserzufuhr sowie nach den Maßnahmen zur Arbeitssicherheit für Team und Publikum. Wir besprechen, welche Unterschiede es im organisatorischen Vorgehen gibt, wenn sich unser Wunschort in öffentlicher Hand befindet oder Privateigentum ist. Vor diesem Hintergrund planen die Teilnehmenden den Produktionsprozess ihrer Vorhaben durch, konkretisieren die zu organisierenden Abläufe und erstellen einen realistischen Zeitplan für ihre Projekte. Anhand verschiedener Best-Practice-Beispiele lernen sie, wie die besonderen organisatorischen Hürden der site-spezifischen Arbeit genommen werden können.
Tag 2: Themenblock 2: Von Orten und Menschen
Plätze, Parks, Denkmäler, Brunnen, Friedhöfe, Freibäder, Einkaufspassagen, Schrebergärten, Geschäfte, Bibliotheken, Clubs – die Möglichkeiten erscheinen schier unendlich. Aber wo sehe ich mein Projekt – und warum? Welche Orte gibt es noch, und wie lassen sie sich bespielen? Welche Publika befinden sich bereits am Ort meiner Wahl und bezieht meine Projektplanung sie und ihre Lebenswirklichkeit mit ein? Am zweiten Tag konzentrieren wir uns auf die konkrete Verortung der geplanten Projekte und überlegen, wie man einen passenden Ort findet und im Produktionsprozess nicht nur Konzept und Spielort, sondern auch die Zielgruppen und lokale Publika von Anfang an zusammendenkt. Anhand dieser Überlegungen unternehmen wir Feldstudien an verschiedenen ausgewählten Orten Berlins, die sich für die Konzepte der Teilnehmenden eignen, und konfrontieren die jeweilige Projektplanung mit den Gegebenheiten und Bedingungen vor Ort. Die Teilnehmenden konzentrieren sich in diesem Teil auf die konkrete Umsetzung ihres Vorhabens und klären praktische Fragen ihrer potentiellen Veranstaltung wie Eintritt, Laufpublikum, technische Durchführung sowie die Umsetzung von Sicherheitsmaßnahmen für Performer*innen und Team.
Tag 3: Themenblock 3: „Let’s walk alone“ – Mobile Formate im öffentlichen Raum organisieren
Am dritten Tag begeben sich die Teilnehmenden ein weiteres Mal ins Feld und untersuchen anhand des Audio-Walk-Beispiels „Let’s walk alone“ (MS Schrittmacher) Formate im öffentlichen Raum, in denen gleich mehrere Orte bespielt werden und sich Performer*innen und Publika gemeinsam fortbewegen. Welche Besonderheiten bringen mobile Formate wie Audio-Walks, Audio-Rides, performative Spaziergänge und Umzüge im Hinblick auf die Planung und Organisation mit sich? Was ist zu beachten, wenn Zuschauer*innengruppen von A nach B bewegt werden müssen? Welche technischen Herausforderungen stellen sich hier? Wie finde ich sinnvolle Partner*innen, mit denen mobile Formate publik und vielleicht sogar langfristig verfügbar gemacht werden können?
Zum Abschluss erhalten die Teilnehmenden nochmals Gelegenheit, das erworbene Wissen in ihre Konzepte einzuarbeiten, den letzten Stand in der Gruppe vorzustellen und sich Feedback von den Dozent*innen und aus der Gruppe einzuholen.
Die Teilnahme am Workshop ist kostenfrei.
Fahrten erfolgen lediglich im Berliner Stadtraum (AB, ggf. ABC).
Mittagspause: voraussichtlich täglich zwischen 13:00 und 14:00 Uhr, Verpflegung und Unterkunft werden nicht gestellt.
Anmeldung bis 8. Juli 2026 an beratung [at] pap-berlin.de (beratung[at]pap-berlin[dot]de)