Die Freie Szene in der Transformation: Jahreswechsel 2025/2026
Die Freie Szene in der Transformation: Jahreswechsel 2025/2026
Das Team des Performing Arts Programm Berlin widmete sich 2025 mit voller Kraft der Frage, wie wir die Freie Szene – trotz multipler Krisen – für die Zukunft stärken können. Im Projekt Performing Arts im Fokus (PAP-PAFO) führten wir dazu unsere Angebote für ein breites Publikum fort. SPIELRAUM – Freie Szene Tage der darstellenden Künste Berlin förderte mit 54 Veranstaltungen an 28 Spielorten und über 1.800 Teilnehmenden den Austausch zwischen Freier Szene und Stadtgesellschaft. Das Vermittlungsprogramm von Theaterscoutings Berlin erschloss kontinuierlich neue Publikumsgruppen und erreichte rund 6.000 Nutzer*innen.
Unsere Veranstaltungen für Fachpublikum widmeten sich den aktuellen Themen der Szene, unter anderem erreichte der Fachtag Professionelles Produzieren in der Krise – (Un)Sicherheit, Spielräume, Solidarität und schnelle Lösungen, der im März in Kooperation mit dem HAU Hebbel am Ufer und der produktionsbande entstand, über 100 Akteur*innen. Über das Jahr setzten wir zudem wichtige Impulse für die (inter)nationale Vernetzung. Im Mai fand das IETM Berlin Plenary Meeting unter dem Titel „REHEARSING FUTURES“ mit über 500 Teilnehmer*innen in Kooperation mit IETM, dem BFDK und der ufaFabrik Berlin statt. Zeitgleich präsentierten 27 Berliner Künstler*innen ihre Arbeiten bei der zweiten Ausgabe des Performing Arts Market Berlin vor internationalem Fachpublikum. Zum Jahresende entstand die Publikation Unterwegs! Tools, Tipps und Strategien für die Distributionsarbeit mit beiliegendem Poster.
Mit fast 800 Teilnehmenden schloss im September 2025 das Beratungs- und Qualifizierungsprojekt PAP – BECOME Zukunftsfähig und resilient in den freien darstellenden Künsten ab. In mehr als 270 Beratungen, darunter Access-Beratungen, und 140 Informationsveranstaltungen, Netzwerkformaten und Workshops fanden Akteur*innen der freien darstellenden Künste Unterstützung rund um Antragstellung, Projektentwicklung, Produktionsleitung, Distribution, Marketing und rechtliche Fragen. In Themenschwerpunkten wie "Nachhaltiges Produzieren" oder "Projekte in der Kulturellen Bildung" sowie Sonderformaten wie der "Langen Nacht der Beratungen" konnte ebenso Wissen geteilt werden. In einer deutsch- und englischsprachigen Ausgabe des Mentoringprogramms „Einstieg“ wurden jeweils 12 Mentees acht Monate lang begleitet.
Mit dem neuen Projekt PAP – Unterstützung, Beratung und Qualifizierung in der Transformation konnten wir im Oktober 2025 an das Vorgängerprojekt anschließen und erste Formate, unter anderem zum Thema "Elterngerecht Produzieren und Care Gemeinsam Denken" und einen Workshop für transnationale Künstler*innen in Kooperation mit touring artists und ensemble netzwerk umsetzen.
Auch das Modellprojekt FAIRSTAGE hat ein ereignisreiches Jahr hinter sich. Im Oktober erschien die Publikation Theater, Arbeit, Transformation, die sich dem Thema gute Arbeitsbedingungen widmet und erneut die Berliner Theaterbranche porträtiert. Vorgestellt wurde sie auf der jährlichen FAIRSTAGE-Konferenz Jetzt erst recht! Strategien für eine widerstandsfähige Theaterlandschaft, die am 16. und 17. Oktober am Theater an der Parkaue stattfand. Dort wurden Fragen verhandelt, die uns dringlicher denn je betreffen: Wie können Theater trotz gesellschaftlichem Rechtsruck und strukturellen Unsicherheiten Orte bleiben, die faire Arbeitsbedingungen, Diversität und Inklusion aktiv gestalten? Das Thema beschäftigte FAIRSTAGE auch in Weiterbildungen und Beteiligungsforen, unter anderem in der mit dem Deutschen Bühnenverein ausgerichteten Veranstaltung „Beteiligung an Kulturinstitutionen – neue Führungs- und Organisationsmodelle in Zeiten gesellschaftlichen Wandels“ oder dem Forum „Strategie für nachhaltige Diversitätsarbeit in Krisenzeiten“ in Zusammenarbeit mit Diversity Arts Culture.
Der Projektträger LAFT Berlin engagierte sich in zahlreichen Gremien und kulturpolitischen Initiativen – unter anderem im Rahmen von #BerlinistKultur mit Protestaktionen gegen die Sparpläne auf Landes- wie Bundesebene. Außerdem führten wir verschiedene Infoveranstaltungen zum Berliner Haushaltsentwurf durch, verschickten zahlreiche kulturpolitische Updates und beantworteten die vielen Fragen aus der Szene. Darüber hinaus engagierten wir uns in der Berliner Kulturkonferenz weiter für ein Berliner Kulturfördergesetz, um die uns wichtigen Zukunftsthemen für die Freie Szene – wie soziale Absicherung, Nachhaltigkeit, Diversität, Zugänglichkeit, Autonomie der Kultur – in der Debatte um das Kulturfördergesetz gemeinsam mit anderen einbringen zu können. Wir hoffen sehr, dass diese Arbeit an einer gesetzlichen Regelung und damit an langfristigen Strukturen Verlässlichkeit und neue Gestaltungsräume für die Freie Szene in der Zukunft bringt.
An dieser Stelle möchten wir uns auch für Ihre Unterstützung und Beteiligung herzlich bedanken und freuen uns auf Begegnungen im kommenden Jahr.
Ein herzlicher Dank gilt ebenfalls unseren Förderern – der Senatsverwaltung für Kultur und Gesellschaftlichen Zusammenhalt des Landes Berlin, der Europäischen Union mit dem Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung (EFRE) im Rahmen der Maßnahme „Stärkung des Innovationspotentials in der Kultur III (INP III)“ und dem Europäischen Sozialfonds Plus sowie dem Fonds Darstellende Künste – für die finanzielle Unterstützung unserer Projekte.
Wir wünschen einen guten Jahreswechsel!
Mit herzlichen Grüßen
Das Team des Performing Arts Programm Berlin